ARTIKEL
Werteverschiebung

Junge Menschen finden Klima weniger wichtig

Klimawandel bleibt ein Thema für junge Menschen. Doch 2025 zeigt sich ein klarer Wandel: Durch Krisen werden für sie Themen wie finanzielle Sicherheit, soziale Stabilität und Zukunftsängste präsenter. Unternehmen, die junge Zielgruppen erreichen wollen, müssen verstehen, dass sich Werte und Kaufmotive gerade fundamental verschieben.

Smiling girl outdoors holding a globe above her head with both hands in nature.

Erkentnisse:

Klima bleibt relevant, ist aber nicht mehr das wichtigste Nachhaltigkeitsthema

Umweltschutz und Klimawandel gehören weiter zu den wichtigsten Themen junger Menschen, stehen aber nicht mehr unangefochten an der Spitze.

Existenzfragen gewinnen an Gewicht

Lebenshaltungskosten und wirtschaftliche Sicherheit beschäftigen Jugendliche heute stärker als noch vor wenigen Jahren. Deswegen schauen sie pessimistisch in die Zukunft wie keine Generation davor.

Nachhaltigkeit wird neu gedacht

Für junge Menschen umfasst Nachhaltigkeit heute auch soziale Themen wie Gerechtigkeit, Menschenrechte und Inklusion.

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Die Bilder sind allen noch präsent: demonstrierende Kinder und Jugendliche auf den Straßen, jeden Freitag. Sie demonstrierten für mehr Aufmerksamkeit für das Thema Klima. Sie sind besorgt um ihre Zukunft. Fridays for Future dominierte die öffentliche Debatte, kurz vor Corona wie kein anderes Thema. Klimaproteste prägten 2019 das Bild einer Generation, die vor allem für ökologische Zukunftsfragen kämpft. Wenn man es genau nimmt, waren es zwei Generationen: Die älteren Angehörigen der Gen Alpha, die jüngsten der Gen Z.

Heute rücken andere Themen bei diesen Generationen auf die Agenda. Dieses Bild greift heute zu kurz. Die Sorge ums Klima ist nicht verschwunden. Aber sie teilt sich ihren Platz inzwischen mit anderen Ängsten. Steigende Lebenshaltungskosten, wirtschaftliche Unsicherheit, Kriege und gesellschaftliche Polarisierung. Junge Menschen erleben also eine Welt im Dauerkrisenmodus. Genau das zeigt das Greenpeace-Nachhaltigkeitsbarometer 2025.

Während Umweltschutz und Klimawandel 2021 noch für 40,6 Prozent zu den wichtigsten Themen zählten, liegt der Wert 2025 bei 28,6 Prozent. Gleichzeitig steigen Lebenshaltungskosten mit 29 Prozent direkt unter die Top-3 der wichtigsten Themen ein. Schule, Ausbildung und Studium bleiben mit 40,8 Prozent das dominierende Alltagsthema junger Menschen. Das zeigt: Klima ist weiter wichtig, aber die Sorgen werden breiter. Insgesamt sie die jungen Menschen so pessimistisch wie noch nie seit 70 Jahren Jugendforschung.

  • 40,8 %: Schule, Ausbildung und Studium bleiben das wichtigste Alltagsthema.
  • 29 %: Lebenshaltungskosten sind neu in den Top-3.
  • 24,5 %: Krieg und Terrorismus beschäftigen inzwischen fast jede vierte junge Person.
  • 16,5 %: Demokratiekrise wird erstmals als zentrales Thema genannt.

Nachhaltigkeit bedeutet heute mehr als Klimaschutz

Für die Weiterentwicklung der Messe brauchte es ein tiefgehendes Verstädnis, wie diese Gruppen die didacta wahrnehmen, welche Bedürfnisse sie haben, was sie erwarten und wie sie am besten erreicht werden können, zu welchem Zeitpunkt.

EXPERTEN STIMMEN

Dr. Dietmar Kress, Greenpeace, zu Sprungbrett:

„Die ökologische Dimension gegenüber den sozialen und ökonomischen Aspekten hat deutlich an Bedeutung verloren.“

Bild © Timur Yüksel / Greenpeace
Smiling middle-aged man with graying hair wearing a black shirt on a white background.

Wer in Zeiten von Inflation, Wohnraummangel und globalen Krisen aufwächst, denkt zwangsläufig breiter über Zukunft nach. Besonders spannend ist zudem ein folgender Aspekt: Umso schlechter es Gesellschaften geht, umso stärker wird die Jugend kritisiert. Dies erläuterte Francois Höpflinger, Generationenforscher an der ETH Zürich gegenüber Sprungbrett.

Sie wollen mehr lesen zu Generationenkonflikten?

Hier geht es zum Artikel Generationenwissen mit Francois Höpflinger.

Zwischen Idealismus und Existenzdruck

Gleichzeitig zeigt sich innerhalb der jungen Generation ein bemerkenswertes Spannungsfeld. Auf der einen Seite stehen Jugendliche, für die finanzieller Erfolg, Wohlstand und individuelle Sicherheit eine immer größere Rolle spielen. Sie wünschen sich ein gutes Einkommen, möchten reisen, materielle Wünsche erfüllen und sorgenfrei leben können. Auf der anderen Seite gibt es junge Menschen, die gesellschaftliche Verantwortung, Solidarität und Nachhaltigkeit stärker in den Mittelpunkt stellen. Für sie ist entscheidend, wie Gesellschaft funktioniert, wie gerecht sie gestaltet ist und welche Zukunftschancen kommende Generationen haben.

EXPERTEN STIMMEN

Dr. Dietmar Kress, Greenpeace, zu Sprungbrett:

„Wir beobachten derzeit eher ein Auseinanderdriften zwischen egoistischen und altruistischen Orientierungen.“

Bild © Timur Yüksel / Greenpeace
Smiling middle-aged man with graying hair wearing a black shirt on a white background.

Die Daten erlauben jedoch keine eindeutige Trennung in zwei Lager. Vielmehr deutet vieles darauf hin, dass beide Bedürfnisse gleichzeitig zunehmen: Junge Menschen wünschen sich persönliche Stabilität und ein gutes Leben – und sehen sich zugleich in der Verantwortung für gesellschaftliche Zukunftsfragen. Die vermeintliche Polarisierung könnte deshalb weniger ein Gegeneinander von Egoismus und Gemeinsinn beschreiben als vielmehr den Versuch einer Generation, widersprüchliche Anforderungen miteinander zu vereinbaren. In einer Zeit von Inflation, Kriegen und Klimakrise wollen junge Menschen sich absichern, ohne den Anspruch auf gesellschaftliche Verantwortung aufzugeben.

Zwischen Idealismus und Existenzdruck

  • 28,6 % nennen Umweltschutz und Klimawandel als Top-Thema
  • 29 % nennen Lebenshaltungskosten als zentrales Thema
  • 70,1 % sehen Menschenrechte als sehr wichtigen Nachhaltigkeitsaspekt

Sie wollen mehr zur Studie wissen? Hier geht es zur Studie.

Generation Alpha im Blick

Die Generation Alpha rückt in den Fokus. Warum?
Weil sie die Konsumentinnen und Konsumenten von morgen sind.

2026

Kinder beeinflussen bereits heute Kaufentscheidungen in Milliardenhöhe.

2028

Das Studium beginnt für die ersten Alphas.

2030

Generation Alpha sind die jungen Fachkräfte in den Firmen.

2035

Die größte Generation der Welt prägt Konsum und Arbeitswelt.

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Generation Alpha: Umfangreiche Publikation für 2027 angekündigt

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